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20. Juli 2021

Aktien

Neue EZB-Strategie: Ausblick auf das zweite Halbjahr

Künftig will die Europäische Zentralbank flexibler auf konjunkturelle Herausforderungen reagieren. Dies hat nicht nur Folgen für den Aktienmarkt, Euro und Anleihen, sondern auch für Sparer.

  • EZB-Geldpolitik Neues Inflationsziel
  • Zinsen beruhigen sich US-Anleihen mit Zinsvorteil
  • Wachstumsaktien gefragt Zinsumfeld begünstigt wieder Tech-Aktien

Nahezu unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit hat die EZB ihre Vorgaben für die Preisstabilität in kleinen Schritten verändert. Bis 2003 waren noch Inflationsraten zwischen null bis zwei Prozent im grünen Bereich. Anschließend folgte eine kleine Anpassung in der Definition auf "unter, aber nahe bei zwei Prozent". Vor wenigen Tagen präsentierten die Währungshüter nun eine neue Strategie, bei der die Zielgröße für die mittelfristige Inflationsrate im Euro-Raum nun bei zwei Prozent liegen soll.

Diese auf den ersten Blick kaum erwähnenswerten Wortspiele sollten in ihrer Wirkung nicht unterschätzt werden. Grundsätzlich folgt die EZB der US-Notenbank, die ebenfalls eine Inflation von zwei Prozent erreichen will. Kritisch sehen die Notenbanker vor allem eine Teuerung unter zwei Prozent, wie es seit 2009 abgesehen von kurzen Episoden fast durchgehend der Fall war.

Geldpolitik bleibt sehr expansiv

Da die Inflation zuletzt die Hürde nur selten übertraf, wird nach den beispiellosen geldpolitischen Maßnahmen aufgrund der Corona-Krise nun auch ein Überschießen für längere Zeit toleriert. Bedeutet: Die Notenbanker rechtfertigen so ihre ultralockere Geldpolitik, deren Ende in weite Ferne rückt. Hoch verschuldete Staaten können sich freuen, mittel- bis langfristig steigt aber das Risiko von Übertreibungen an den Börsen.

Für Sparer sind dies denkbar schlechte Nachrichten. Steigende Inflationsraten bei gleichzeitig niedrigen oder sogar negativen Renditen am Anleihemarkt sowie anziehende Gebühren lassen das Geld auf dem Konto schmelzen wie Schnee in der Sonne. Mit dem neuen Inflationsziel wird die expansive Geldpolitik fortgesetzt, was vorerst kaum steigende Renditen erwarten lässt. Vielmehr dreht der Trendpfeil wieder abwärts, wie die vergangenen Wochen gezeigt haben. Mitte Mai lag die zehnjährigen US-Anleihen bei knapp 1,7 Prozent, aktuell werden weniger als 1,3 Prozent aufgerufen. Bei den deutschen Pendants ging es von -0,1 Prozent auf -0,3 Prozent abwärts.

Tech profitiert, Banken leiden

Nach einer möglichen technischen Gegenbewegung könnte sich dieser Trend bald fortsetzen. In den großen Volkswirtschaften hat die konjunkturelle Erholung im zweiten Halbjahr ihren Zenit bereits erreicht, die Dynamik dürfte nun spürbar nachlassen. Entsprechend sollte die Nachfrage nach sicheren Häfen wie Anleihen oder Gold hoch bleiben, zumal die Notenbanken weiterhin als Käufer auftreten. Wie zuletzt gesehen leiden Bankenwerte unter fallenden Renditen. Daran änderten die jüngsten Quartalszahlen der US-Banken wenig, deren Aktien selbst nach überzeugenden Ergebnissen meist im Kurs gefallen sind. Dagegen profitieren besonders Technologieaktien, die in den vergangenen Wochen ein Comeback erlebten und somit auch für das zweite Halbjahr gut gerüstet sind. Für die Technologieunternehmen verbessern sich nicht nur die Refinanzierungsbedingungen bei der Aufnahme von neuen Schulden. Auch künftige Gewinne, die ein wesentlicher Kurstreiber bei den Wachstumswerten sind, weisen bei tieferen Zinsen einen höheren Gegenwartswert auf.

Die Geldpolitik von EZB und Fed beeinflusst auch das Währungspaar Euro/Dollar wesentlich. Im Juni wertete die Gemeinschaftswährung kräftig von 1,22 USD auf unter 1,19 USD ab. Dabei profitierte der Greenback von der Aussicht auf eine Leitzinswende in den USA im Jahr 2023, während dies für die EZB vorerst kein Thema ist. Zudem profitierte der Dollar von einer deutlichen Ausweitung der Renditedifferenz 10jähriger US-Anleihen zu deutschen Papieren. Auf der anderen Seite belasten die hohen Ausgabeprogramme der US-Regierung sowie die zunehmende Staatsverschuldung den Dollar. Unter dem Strich dürften sich die Effekte ausgleichen und zu einer Fortsetzung der Seitwärtsbewegung zwischen 1,16 bis 1,23 USD führen.

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