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29.08.2022 09:38

Börse Frankfurt-News: Suche nach Boden (Wochenausblick)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Nach dem Kursrutsch am Freitag sieht es auch zu Beginn der neuen Wochen nicht viel besser aus - die Angst vor höheren Leitzinsen ist Stimmungskiller. Doch es gibt nicht nur schlechte Nachrichten.

29. August 2022 Frankfurt (Börse Frankfurt). Zögern sieht anders aus: US-Notenbankchef Powell hat mit seinen Aussagen auf der Notenbankerkonferenz in Jackson Hole am Freitag den Märkten sehr deutlich gemacht, wohin die Reise geht. Selbst ein "außergewöhnlich großer" Zinsschritt könne notwendig werden, sagte Powell. "Marktspekulationen auf erste Zinssenkungen Mitte 2023 dürften sich daraufhin erst einmal verflüchtigt haben", kommentiert die Deutsche Bank.

Die Börsen gaben in der Folge kräftig nach: Der S&P 500 verlor am Freitag 3,4 Prozent, der Nasdaq 100 über 4 Prozent, der DAX immerhin 2,3 Prozent. Zu Wochenbeginn setzt sich der Abwärtstrend fort. Der DAX startet die neue Woche mit x Punkten. Vor zwei Wochen hatte sich der Index noch den 14.000 Zählern genähert.

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Sorgen über Sorgen: Vor Inflation, höheren Zinsen, Rezession

Laut Ralf Umlauf von der Helaba hat es der DAX weiterhin mit einem schwierigen Umfeld zu tun. "Hohe Energiepreise sorgen gleichermaßen für Inflations- und Zinssorgen wie Rezessionsängste, zumal die Notenbanken bereit sind, Wachstumseinbußen in Kauf zu nehmen." Beides laste auf der Kursentwicklung. Auch technisch dominierten die negativen Signale beispielsweise von DMI und MACD. "Überverkauftsignale haben bisher noch keine Stabilisierung zeitigen können."

"Fallende Gewinnerwartungen bremsen aus"

Auch von anderer Seite mehren sich die schlechten Nachrichten. "Die Aussichten für das weltweite Wirtschaftswachstum und damit für das Umsatzwachstum der DAX-Unternehmen trüben sich immer stärker ein", erklärt Andreas Hürkamp von der Commerzbank. Gleichzeitig nehme der Kostendruck durch steigende Inputpreise und höhere Löhne zu. Die Bank erwartet daher einen deutlichen Rückgang der Gewinnmargen. "Fallende Gewinnerwartungen dürften die Aktienmärkte daher regelmäßig ausbremsen."

Nicht nur Negatives: Volle Gasspeicher, China, negative Realzinsen

Robert Halver von der Baader Bank sieht aber auch Chancen: "Trotz aller Risiken befinden sich die Aktienmärkte in einer stabilen Seitenlage", meint er. Die diversen Konfliktherde seien zwar nicht abgeschüttelt und würden sich in der kalten Jahreszeit weiter offenbaren. "Doch sind den Börsen diese Handicaps bekannt. Und da man auf das Schlimmste vorbereitet ist, fällt es auch Enttäuschungen immer schwerer, Wirkung zu erzielen."

Gut sei zum Beispiel der über den Erwartungen liegende Füllstand der deutschen Gasspeicher. "Grundsätzlich wird China nach dem Parteitag kaum an einer zunehmenden Öffnung seiner Wirtschaft vorbeikommen", bemerkt Halver außerdem. Die binnenwirtschaftliche Lage und der Unmut der Bevölkerung seien ernst. Der Wirtschaftsstandort Deutschland dürfe zudem nicht mit dem Börsenplatz verwechselt werden: Börsennotierte europäische Unternehmen erwirtschafteten rund zwei Drittel ihrer Umsätze auf anderen Kontinenten. Auch um steigende Leitzinsen macht sich Halver keine Sorgen, die Realzinsen blieben negativ. "Und kommt es gar von China ausgehend zu einer weltkonjunkturellen Stabilisierung, werden Export- und Value-orientierte deutsche Aktien von Nachholeffekten gegenüber ihren amerikanischen Pendants profitieren."

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 29. August

Großbritannien: Die Londoner Börse bleibt feiertagsbedingt geschlossen.

Dienstag, 30. August

11.00 Uhr. Eurozone: Economic Sentiment August. Lange blieb die wirtschaftliche Stimmung in der Eurozone überdurchschnittlich gut, wie die DekaBank bemerkt. Das habe sich im Juli geändert und setze sich im August fort. Die Stimmung der beiden Schwergewichte - Industrie und Dienstleister - werde wohl spürbar nachgeben.

14.00 Uhr. Deutschland: Verbraucherpreise August. Es wird ein Anstieg auf 7,9 Prozent erwartet, erklärt die Deutsche Bank. Das Ende der Fahnenstange sei damit aber wohl noch nicht erreicht. Schließlich liefen das 9-Euro-Ticket sowie der Tankrabatt im August aus, und die Auswirkungen der gestiegenen Strom- und Gaskosten würden ihre volle Wirkung erst noch entfalten.

Mittwoch, 31. August

9.55 Uhr. Deutschland: Arbeitslosenzahlen August. Die Arbeitslosenquote könnte der Deutschen Bank zufolge im August leicht auf 5,5 Prozent gestiegen sein. Bereits in den Vormonaten hätten Geflüchtete aus der Ukraine einen Anstieg herbeigeführt.

11.00 Uhr. Eurozone: Verbraucherpreise August. Im Euroraum dürften die gesunkenen Preise für Benzin und Heizöl die Inflationsrate im August leicht auf 8,8 Prozent gedrückt haben, meint die Commerzbank. Der Hochpunkt der Inflationsrate liege aber wohl noch vor uns.

Freitag, 2. September

14.30 Uhr. USA. Arbeitslosenzahlen August. Die Commerzbank erwartet, dass der Stellenzuwachs im August geringer als im Juli ausfällt, sich aber mit immer noch hohen 375.000 im Bereich der vorherigen Monate bewegt und die Arbeitslosenquote bei nur 3,5 Prozent verharrt. Der Arbeitsmarkt bleibe damit eng und werde der US-Notenbank signalisieren, dass weitere deutliche Zinserhöhungen notwendig seien, um die Inflation zu bremsen.

von: Anna-Maria Borse

29. August 2022, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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