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18.07.2022 11:23

Börse Frankfurt-News: Wackliger Aufwärtstrend (Wochenausblick)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Diese Woche dreht sich alles um die EZB, die die Leitzinsen wohl anheben wird. Noch viel wichtiger für Wohl und Wehe der deutschen Wirtschaft sind aber die russischen Gaslieferungen.

18. Juli 2022. Frankfurt (Börse Frankfurt). Viele Notenbanken rund um den Globus haben die Leitzinsen schon nach oben gesetzt, am Donnerstag ist die EZB an der Reihe. Dass sie die Zinsen anheben wird - das erste Mal seit elf Jahren - steht außer Frage. Mit Spannung erwartet wird vielmehr, was sie ansonsten von sich geben wird. Fast noch wichtiger: das Thema russisches Gas und die drohende Energiekrise. Wird Russland die Gaslieferungen nach den eigentlich diese Woche endenden Wartungsarbeiten an der Nordstream 1 Pipeline wieder aufnehmen?

"Mittelfristig weitere Kursverluste"

"Die Aktienmärkte dürften sich kurzzeitig erholen, falls Russland den Gashahn der Nord Stream 1 Pipeline aufdreht", erklärt Martin Hartmann von der Commerzbank. Doch mittelfristig drohten weitere Kursverluste. "Aktien werden Schritt für Schritt eine Rezession einpreisen."

Am Montagmorgen steht der DAX leicht über 13.000 Punkten rund 1,2 Prozent im Plus und damit über dem Schlussniveau vom Freitag bei 12.864 Zählern. Am Freitag hatten US-Einzelhandelsumsätze und sinkende langfristige Inflationserwartungen für eine Erholung an den Börsen gesorgt. Daran ändern konnten auch schlechte Zahlen aus China nichts: Chinas Wirtschaft ist im zweiten Quartal nur um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen.

EZB moderater als US-Notenbank

Große Zinssprünge werden für die Eurozone nicht prognostiziert. "Bei knapp unter 1,5 Prozent sieht der Markt den Zins auf Sicht von einem, zwei und drei Jahren", stellt Ulrich Wortberg von der Helaba fest. Immerhin werde aber auch keine Zinssenkung auf diesem Zeithorizont erwartet. "In den USA rechnet der Markt mit einem Hoch innerhalb von sechs Monaten bei über 3,50 Prozent und auf Sicht der folgenden Monate und Jahre bereits wieder ein Absinken."

"Breite Aufstellung, Qualität, Langfristblick"

Die Weberbank rät, "extreme" Positionierungen" zu vermeiden und nicht alles auf das Eintreten eines bestimmten Szenarios auszurichten - dramatische Verschlechterung oder Stabilisierung. "Alles zu verkaufen und auf Liquidität zu setzen, ist für den langfristigen Anlageerfolg genauso gefährlich, wie sich prozyklisch auf bestimmte Anlagesegmente wie beispielsweise Rohstoffe oder einzelne Währungen zu konzentrieren", ist Daniel Schär, Leiter Portfoliomanagement, überzeugt. Vielmehr gelte es, die Anlagen ausreichend international auszurichten, einen Fokus auf die fundamentale Qualität der Wertpapiere zu legen - und gerade in diesen Zeiten langfristig zu agieren.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 18. Juli

Japan: Tokioter Börse bleibt feiertagsbedingt geschlossen.

Donnerstag, 21. Juli

14.15 Uhr. EZB-Sitzung. Am Markt wird fest davon ausgegangen, dass die EZB Hauptrefinanzierungs- und Einlagensatz um jeweils 25 Basispunkte anheben und für die Sitzung am 8. September einen größeren Zinsschritt ankündigen wird. Außerdem werden Details zum geplanten TPM-Programm ("Transmission Protection Mechanism") erwartet - ein neues Instrument gegen ein zu starkes Auseinanderfallen der Renditen im Euroraum.

Japan: Zinsentscheid der japanischen Notenbank. Für Japan wird keine Zinserhöhung erwartet.

Freitag, 22. Juli

10.00 Uhr. Einkaufsmanagerindex Eurozone Juli. Vielmehr als ein schwaches Wachstumssignal wird es nach Einschätzung der DekaBank nicht geben. Über der europäischen Wirtschaft schwebe die erhebliche Gefahr eines Gasimportstopps aus Russland. Daneben blieben Lieferengpässe, Arbeitskräftemangel, hohe Energiepreise und steigende Corona-Infektionen große Herausforderungen für die Wirtschaft.

von: Anna-Maria Borse

18. Juli 2022, © Deutsche Börse AG

Über die Autorin

Anna-Maria Borse ist Finanz- und Wirtschaftsredakteurin mit den Schwerpunkten Finanzmarkt/Börse und volkswirtschaftliche Themen.

Feedback und Fragen an redaktion@deutsche-boerse.com">redaktion@deutsche-boerse.com

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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