Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
30.11.2022 18:17

ROUNDUP 2/EU-Kommission: Verpackungsmüll bis 2040 um 15 Prozent reduzieren

(neu: Umweltbundesamt, WWF, Philip Morris)

BRÜSSEL (dpa-AFX) - An Mehrweg oder Recyceln führt nach dem Willen der EU-Kommission in Zukunft kein Weg mehr vorbei. Der Verpackungsmüll in Europa soll bis 2040 deutlich reduziert werden - pro Staat und pro Kopf um 15 Prozent im Vergleich zu 2018, teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Bis 2030 sollen alle Verpackungen komplett recycelbar sein. Der Vorschlag muss noch mit den EU-Ländern und dem EU-Parlament abgestimmt werden.

"Wir alle haben schon einmal online bestellte Produkte in übermäßig großen Kartons erhalten", sagte der EU-Kommissar für Umwelt, Virginijus Sinkevicius. "Und wir haben uns oft gefragt, wie wir den Müll trennen sollen, was wir mit dem biologisch abbaubaren Beutel machen sollen oder ob all diese Verpackungen wiederverwendet oder zumindest in neue wertvolle Materialien umgewandelt werden können", führte er weiter aus.

Um die Umweltverschmutzung zu bekämpfen, sollen Unternehmen nach dem Willen der Kommission einen gewissen Anteil ihrer Produkte in wiederverwendbaren Verpackungen anbieten. Dazu zählt zum Beispiel Essen oder Trinken, das zum Mitnehmen bestellt wurde. Mini-Shampooflaschen in Hotels will die EU-Kommission verbieten. Auch Essen und Getränke in Restaurants dürfen dann nicht mehr in Plastik eingewickelt sein. Außerdem will die EU ein verpflichtendes Pfandsystem einführen und eine verbindliche Quote für den Anteil an recyceltem Material, der in neuen Kunststoffverpackungen enthalten sein muss.

"In vielen Bereichen werden europäische Regelungen vorgeschlagen, die in Deutschland bereits Praxis sind: umfangreiche Pfand- und Rücknahmesysteme für Getränkeverpackungen oder die neue Pflicht zu Mehrwegsystemen im Take-Away-Bereich, die ab 1. Januar 2023 gilt", sagte Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne).

Die Kommission will beim Recyceln auch Klarheit schaffen, welcher Müll in welche Tonne gehört. Dazu soll jedes Teil der Verpackung ein EU-einheitliches Etikett bekommen, das anzeigt, woraus die Verpackung besteht und wie sie recycelt werden soll.

Die FDP im Bundestag begrüßte die Pläne grundsätzlich. "Allerdings müssen wir darauf achten, dass dabei künftige Entwicklungen und Technologien schon heute mitberücksichtigt werden. Dies gilt insbesondere für neuartige Recyclingmethoden beispielsweise von Verbundmaterialien", sagte die Sprecherin für Umwelt- und Verbraucherschutz, Judith Skudelny. In diesen Bereichen sei Deutschland führend und diese Entwicklung dürfe nicht abgewürgt werden.

Jeder EU-Bürger verursacht laut EU-Kommission pro Jahr fast 180 Kilo Verpackungsabfall. Deutschland liegt mit mehr als 225 Kilogram an der Spitze, wie die SPD-Europaabgeordnete Delara Burkhardt betonte. Knapp 40 Prozent der Kunststoffe und 50 Prozent des Papiers in der EU werden für Verpackungen gebraucht.

Aus Sicht der Umweltorganisation Oceana hat der Vorschlag großes Potenzial, den Müll in Europas Gewässern zu reduzieren. Allerdings müssten die zeitlichen Zielvorgaben viel strenger sein. Auch der Umweltorganisation WWF gehen die Regeln nicht weit genug: Die Vorgaben sollten sich nicht nur auf Kunststoffe beziehen, sondern auf alle Materialien. "Es bleibt das Ärgernis, dass wohl auch durch Lobbydruck das Ambitionsniveau bei den Zielen für die Wiederverwendung im letzten Moment noch gesenkt worden ist", sagte Tom Ohlendorf vom WWF Deutschland.

Die christdemokratische EVP-Fraktion im Europäischen Parlament kritisierte das Vorhaben deutlich: "Mit dem neuen Paket zur Kreislaufwirtschaft droht eine gewaltige Welle an Bürokratiebelastungen auf europäische Unternehmen zuzurollen", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der EVP-Fraktion, Markus Ferber (CSU). Die Sozialdemokraten im Europaparlament beurteilten das Konzept als einen Schritt in die richtige Richtung. Allerdings bemängelten sie das Fehlen von Regeln gegen sogenanntes Greenwashing, also dass sich Unternehmen umweltfreundlicher darstellen als sie eigentlich sind.

Ebenfalls am Mittwoch machte das Umweltbundesamt erstmals Vorschläge, wie sich Hersteller und Händler, die bestimmte Plastikprodukte auf dem deutschen Markt vertreiben, künftig an der Entsorgung von Plastikmüll beteiligen sollen. Konkret geht es etwa um Abgaben, die die Hersteller von Einwegplastik-Produkten in einen Fonds einzahlen sollen. Damit sollen sie sich an den Kosten für die Entsorgung etwa in Parks und Straßen beteiligen. Sinnvoll ist laut Umweltbundesamt etwa für kunststoffhaltige Zigarettenfilter eine Abgabe von 8,95 Euro je Kilogramm Abfall für sinnvoll. Für Einwegbecher aus Plastik schlägt das UBA 1,23 Euro pro Kilo vor. Die Vorschläge sind nicht verbindlich, sondern erstmal nur eine Diskussionsgrundlage.

Das Tabakunternehmen Philip Morris kritisierte mit Blick auf den UBA-Vorstoß mangelnde Datentransparenz. Die vorgestellten Eckdaten der künftigen Berechnung von Abgabesätzen seien nicht abschließend transparent und schwer nachvollziehbar. Auch sei der deutsche Sonderweg über einen Einwegkunststofffonds beim Umweltbundesamt sehr kostspielig im Vergleich zur Umsetzung der europäischen Richtlinie in den anderen Mitgliedstaaten. Dies sei eine relevante Mehrbelastung für Bürger und Unternehmen./rew/DP/nas



Weitere Nachrichten
Name Kurs Währung Datum Zeit Handelsplatz
PHILIP MORRIS INTERN... 103,760 USD 27.01.23 22:00 NYSE
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   1 2 3 4 5    Berechnete Anzahl Nachrichten: 142     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
29.01.2023 15:45 ROUNDUP: Trump beginnt mit Wahlkampf für neue Kandidatur
29.01.2023 15:45 Scholz will weiter mit Putin telefonieren
29.01.2023 15:45 Bentele fordert Überweisung von Sozialleistungen ohne Antrag
29.01.2023 15:44 Scholz will mehr Reformtempo - Bundesrepublik bleibt starkes...
29.01.2023 15:40 Bernstein und Hertha setzen alles auf den Berliner Weg
29.01.2023 15:37 Nach Messerattacke - Mehr Sicherheitsmaßnahmen in Zügen ge...
29.01.2023 15:36 Tote nach Rekordregen in Neuseeland
29.01.2023 15:34 Trump startet Kampagne zur Wiederwahl
29.01.2023 15:33 Heusgen für Lieferung von Kampfjets an die Ukraine
29.01.2023 15:30 London: Russischer Militärunterricht ähnlich wie in Sowje...
29.01.2023 15:29 POLITIK: Britischer Premier Sunak entlässt Generalsekretär...
29.01.2023 15:28 Scholz macht Druck für Handelsabkommen mit Südamerika
29.01.2023 15:27 TV-Quoten: RTL-Dschungelcamp knackt vor Finale 4-Millionen-M...
29.01.2023 15:25 Bericht: Mehr als 500 Tote seit Beginn der Proteste im Iran
29.01.2023 15:24 Scholz zu Berliner Wahlkampf: Enteignungen schaffen keinen W...
29.01.2023 15:23 Lebensmittelwarnung: Tiefkühl-Pizza kann Draht enthalten
29.01.2023 15:23 Ifo-Präsident Fuest: Vollständiger Inflationsausgleich un...
29.01.2023 15:15 ROUNDUP/Für 49 Euro durch Deutschland: Bund und Länder w...
29.01.2023 15:14 Djokovic gewinnt Australian Open und holt Grand-Slam-Rekord
29.01.2023 15:14 ROUNDUP 2: SPD fordert Milliarden für Pflege - 'Belastungsg...
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
30.01.2023

EGUANA TECHNOLOGIES
Geschäftsbericht

MAGELLAN FLAGSHIP FUND LTD.
Geschäftsbericht

IMETAL RESOURCES
Geschäftsbericht

WINDFALL GEOTEK
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services